Unter der Gürtellinie des Amateursports

Lena Baur Deutsche Meisterin U14Die ganze Dramatik des Biathlonsports verdichtet auf zwei Tage deutsche Meisterschaften in Dannenberg. Eine komplette Palette der Emotionen, überragende Siege, schmerzhafte Niederlagen, Ausscheiden wegen Verletzung, Weinen und Lachen. Der Saisonhöhepunkt des Run Archery Teams komprimiert auf zwei Tage im Jahr. Es gibt keine zweite Chance. Das macht Druck, manchmal auch zu viel Druck. Viermal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze ist eine angemessene Bilanz und eine Verbesserung zum Vorjahr. Ganz zufrieden können wir nicht sein. Es war viel mehr drin und wir werden an den Niederlagen wachsen. Der Wettbewerb war hervorragend organisiert und wir hatten alle Spaß. Aber es gab auch reichlich Tränen und auch das darf man nicht verschweigen. Wir haben viel gelernt an diesem Wochenende und wir haben viele faire Sportkameraden kennengelernt. Aber wir haben auch Sarah Baur Deutsche Meisterin U12die Schattenseiten gesehen und etwas Naivität verloren. Es sind die Geschichten hinter den Geschichten, die für völlig unerwartete Überraschungsmomente im Sport sorgen können. Zu erst, warum machen wir das? Wir sind Amateure, es geht um nichts. Die Lust an der Bewegung, am Sport, am Laufen, am Bogenschießen und am Stählen der Muskeln. Und die Lust am Gewinnen! Gibt es etwas schöneres für einen Trainer als seine Sportler auf dem Treppchen zu sehen? Natürlich nicht. Ein Jahr Training um dann an diesem einen Wochenende mit stolz geschwellter Brust rumzulaufen? Nein, das Ganze macht einfach sehr viel Spaß und unsere Truppe ist Klasse. Wir bereiten uns immer sehr gründlich vor. Mit was ich seither aber nicht gerechnet habe, ja nie für möglich gehalten hätte, sind Angriffe auf unsere Kinder. So wurden bei den deutschen Meisterschaften unsere Mädchen von Erwachsenen „Sportkameraden“ massiv unter Druck gesetzt und verunsichert. Wir hatten 14 Sportler am Start, ich war pausenlos beschäftigt und hinter meinem Rücken wurden Attacken gegen unsere Favoritinnen gefahren. Das ist traurig und erbärmlich. Wird aber nicht noch einmal passieren. Nächstes mal sind wir vorbereitet.

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