Schmerzen

Drill mit Vision-Stick in Sportartspezifischer Position

Schmerzen und Leistungsfähigkeit

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Die Schmerzskala

0 = keine Schmerzen und 10 bedeutet maximal vorstellbarer Schmerz

Jeder, der bei mir trainiert, hat es schon einmal gehört. Ob im Leistungssport oder in der Reha oder nach frischen Verletzungen. Wir trainieren niemals in den Schmerz hinein. Dabei reicht die subjektive Beurteilung des eigenen Schmerzempfindens völlig aus. Auf der Schmerzskala gehen wir bis Stufe 3 und keinen Millimeter weiter. Die Erfahrungen der letzten Monate mit Schmerzpatienten bringen mich dazu, hier einmal genau zu beschreiben, was ich meine und was dabei so wichtig ist. Schmerz ist sehr individuell und entsteht zu 100 % im zentralen Nervensystem. Schmerzen dürfen kein Dauerzustand sein und die täglichen Schmerztabletten sind keine Option. Tatsächlich kommt es im Rehasport wie auch im Leistungssport vor, dass vor dem Training Schmerztabletten genommen werden. Aktuell habe ich mich gewundert, dass ich bei einem Klienten über mehrere Einheiten nichts in Richtung Beweglichkeit und Schmerzreduktion bewirken konnte. Aus neuronaler Sicht haben wir Neuro-Athletiktrainer ein 8-Stufenmodell von Schmerz und Leistungsfähigkeit (Z-Health Performance) zur Verfügung, mit dem wir Einfluss nehmen können:

  • Rezeptoren
  • Periphere Nerven
  • Rückenmark
  • Kleinhirn
  • Hirnstamm
  • Thalamus
  • Inselrinde
  • Kortex

Letztlich stellte sich heraus, dass er die Schmerzen im Rücken schon fast ein Jahr hat und er vor dem Training Schmerztabletten zu sich nimmt. Schmerzen, die über 3 Monate anhalten, gelten als chronisch. Dies führt zu neuroplastischen Veränderungen im Gehirn, die wir nicht wollen. Bei chronischen Schmerzen kann die Ursache längst verschwunden sein, die Schmerzen bleiben. Je länger und stärker, desto schwieriger wird es, sie wieder los zu werden. Ich weiß sehr wohl, dass prominente Therapeuten auf YouTube gerne Engpass-Dehnungen u. ä. bis zur Schmerzstufe 9 empfehlen. Ich halte das für unverantwortlich. Wir wollen nicht die Anpassung an den Schmerz, wir wollen die Schmerzen loswerden.

Um dies zu erreichen, gehe ich bei mir im Rehasport individuell auf die Klienten ein und prüfe zunächst auf der Schmerzskala von 1 – 10, wie belastet jemand ist. Wir trainieren dann grundsätzlich bis max. Schmerzstufe 3. Sobald die Person merkt, dass der Schmerz stärker wird, ist eine gute Kommunikation erforderlich, damit sofort eine andere Übung oder Bewegung zur Anwendung kommen kann. Vor allem bei chronischen Schmerzen ist das oberste Ziel, bei den Übungen eine schmerzfreie Wiederholung zu erreichen. Wir arbeiten hier mit verschiedenen neuronalen Drills, die unmittelbar zu einer Schmerzreduktion führen können.  

Gerade bei chronischen Schmerzen ist das essentielle Ziel, bei den Übungen, EINE schmerzfreie Bewegung oder Wiederholung zu erreichen. Dadurch erhält das Gehirn den Impuls zur neuronalen Umstrukturierung, bedeutet: „Raus aus dem Schmerz“

4 Kommentare

  1. Sehr gut beschrieben und absolut wirksam. Ich bin seit ca 2 Monaten beim Thomas Jack Wanner in Behandlung und bin seit 3 Wochen so gut wie schmerzfrei. Das heißt ich brauche keine Schmerzmittel mehr. Davor hatte ich nur mit sehr starken Schmerzmittel die Tage bewältigen können.

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