Kategorien
neuroathletik

Neuroathletik bei Long Covid

Long Covid auch bei mildem Verlauf möglich

long covid

Long Covid-Patienten können auch nach einem milden Verlauf Spätfolgen entwickeln, die sehr einschränkend sein können. Fatigue Erschöpfungszustände, verbunden mit einer mangelnden Belastbarkeit im Alltag, Einschränkungen der Lungenfunktion Kurzatmigkeit insbesondere bei Belastung, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Brain Fog, auch Depressionen können auftreten. Immer wieder erreichen uns Berichte das Patienten nicht ernst genommen werden. Rehakliniken können nicht immer damit umgehen was aufgrund der neuen wenig erforschten Long Covid Symptomatik erklärbar ist.

Mit Methoden aus der Neuroathletik setzen wir bei Long Covid an der Interozeption an.

An der Innenwahrnehmung. Sie erfasst die Vorgänge im Körperinneren.

Die Viszerozeption registriert Körpersignale aus den inneren Organen:

long coid Geruchsverlust
Nach 3 Minuten neuronalem Input für die Mid Insula konnte Angela wieder Geruch wahrnehmen.

• Biochemische Prozesse und Veränderungen

• Organposition und intraabdominaler Druck

• Atmung

• Temperaturveränderungen

• Faszienbewegung

Die Propriozeption nimmt v.a. Reize des muskuloskelettalen System auf:

• Muskulatur • Gelenkkapseln

• Sehnen & Bänder •

 Faszienhüllen der Muskulatur

• Bindegewebe

Der Bereich im Gehirn der hier wichtigen integrativen Aufgaben erfüllt nennt sich Inselrinde. Um also eine Verbesserung des Befindens zu erreichen, setzen wir genau da an. Wir zielen mit neuronalem Input auf das Stammhirn und die Inselrinde. Die Funktionsbereiche der Inselrinde Lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

1. Sensomotorisch → Posterior Insula →Relevant bei Schmerzproblemen!
2. Olfaktorisch/Gustatorisch → Mid Insula →Geruchs- & Geschmackidentifikation
3. Sozioemotional → Anterior Insula →Empathie, soziale Interaktion, Angststörung, Depression, Suchtverhalten
 4. Kognitiv → Fokus, Aufmerksamkeit & Motivation

Die Übungsauswahl in der Neuroathletik zielt dann darauf ab hier positiven Input zu erzeugen. Das zentrale Nervensystem reagiert immer sofort und unmittelbar. Mit Assessments schließen wir so einen Blindflug aus. Wenn wir es gut machen, verbessern wir die Lebensqualität, Schmerzen werden reduziert, Fatigue-Symptome zurückgedrängt, Depressionen können gemildert werden. Im mittleren Anteil der Inselrinde liegen die Integration und Verarbeitungszentren für Geruch und Geschmack, für akustische Signale und auch ein weiteres Zentrum für Gleichgewichtsinformationen ist dort verortet. Dieses Wissen über neuronale Zusammenhänge ist wertvoll, wenn man z.B. direkt das Riechen verbessern möchte. Wir geben dann gezielten Input über das auditive System in die Mid Insula und können so schnell erkennen. wie wir das Riechtraining aufbauen müssen.

Kategorien
Rehasport neuroathletik

Rückenschmerzen? 1 außergewöhnliche Lösung hier

Was tun bei Rückenschmerzen?

rückenschmerzen
Bild von Gundula Vogel auf Pixabay

Sie haben Rückenschmerzen waren beim Arzt, beim Physio und vielleicht ist sogar ein Bandscheibenvorfall im Spiel. Oft sind Rückenschmerzen aber unspezifisch und man weiß gar nicht so genau an was es liegt. Der Arzt hat schon mit erhobenem Zeigefinger auf ihr Übergewicht gezeigt, was jetzt auch nicht wirklich weiterhilft. Dramatisch wird es, wenn die Schmerzen chronisch werden. Je stärker ein Schmerzempfinden und je länger es anhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Schmerzen chronifizieren. Per Definition sind Schmerzen die länger als drei Monate anhalten chronisch! Oft ist die Ursache längst verschwunden aber unser Schmerzgedächtnis ist aktiv und wir leiden.

Selbst aktiv werden aber wie? Das Internet ist voll von Tipps was man tun kann oder lassen sollte. Die große Frage ist welche Übungen sind für Sie gut? Da kommt unser orthopädischer Rehasport ins Spiel. Trainieren sie auch blind, ohne genau zu wissen, wie das Training wirkt?  Da wäre es doch großartig, wenn man einfache Werkzeuge hätte, um die Wirkung von Bewegungen und Übungen zu überprüfen. Genauso machen wir das hier auch.

wald
Eine schlechte Sauerstoffzufuhr kann Rückenschmerzen befördern

Wir geben unseren Rehasportlern Werkzeuge an die Hand, die das möglich machen. Einfache Assessments zeigen uns unmittelbar und sofort, ob eine Übung positiv, neutral oder negativ wirkt. Natürlich können wir direkt auch die Rückenschmerzen als Assessment nehmen. Wen in einer bestimmten Bewegung der Schmerzgrad auf der 10er Scala sieben beträgt und nach der Übung nur noch drei, dann war das klar positiv. Gerade bei chronischen Schmerzen ist das essenzielle Ziel bei den Übungen, eine schmerzfreie Bewegung oder Wiederholung zu erreichen. Dadurch erhält das Gehirn den Impuls zur neuronalen Umstrukturierung „Raus aus dem Schmerz“.  Wir arbeiten hier mit neuronalen Drills, die unmittelbar zu einer Schmerzreduktion führen können.  Schmerz entsteht im Gehirn und unser zentrales Nervensystem reagiert immer sofort und unmittelbar. Erfolgreiche Übungen oder Drills führen zu mehr Beweglichkeit, Balance, Kraft und weniger Schmerzen. Warten Sie nicht, bis Schmerzen chronisch werden, melden Sie sich vorher bei uns. Wenn es doch schon so weit ist melden Sie sich erst recht. Wir finden Lösungen.

Kategorien
neuroathletik

Neu bei uns Neuroathletik und Autoimmunerkrankungen

Was kann die Neuroathletik bei Autoimmunerkrankungen leisten?

Neuroathletische Drills bei Autoimmunerkrankungen

Am Beispiel einer Lupus-Patientin. Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine rheumatische Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen und kann alle Organe befallen. Die Krankheit ist nicht heilbar und wir bewegen uns in einem großen Feld von Symptomen die an Haut, Organen, Muskeln und Gelenken, Nervensystem, Verdauungssystem und Atmungssystem auftreten können. Wo setzen wir da an? An der Interozeption, der Innenwahrnehmung, sie erfasst die Vorgänge im Körperinneren.

 

Viszerozeption registriert Körpersignale aus den inneren Organen:

• Biochemische Prozesse und Veränderungen

• Organposition und intraabdominaler Druck

• Atmung

• Temperaturveränderungen

• Faszienbewegung

Propriozeption nimmt v.a. Reize des muskuloskelettalen System auf:

• Muskulatur • Gelenkkapseln

• Sehnen & Bänder •

 Faszienhüllen der Muskulatur

• Bindegewebe

Der Bereich im Gehirn der hier wichtige integrative Aufgaben erfüllt nennt sich Inselrinde. Um also eine Verbesserung des Befindens zu erreichen, setzen wir genau da an. Wir zielen mit neuronalem Input auf das Stammhirn und die Inselrinde. Die Funktionsbereiche der Inselrinde Lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

1. Sensomotorisch → Posterior Insula →Relevant bei Schmerzproblemen!

2. Olfaktorisch/Gustatorisch → Mid Insula →Geruchs- & Geschmackidentifikation

3. Sozioemotional → Anterior Insula →Empathie, soziale Interaktion, Angststörung, Depression, Suchtverhalten

 4. Kognitiv → Fokus, Aufmerksamkeit & Motivation

Die Übungsauswahl in der Neuroathletik zielt dann darauf ab hier positiven Input zu erzeugen. Das können beispielsweise Atem- Balance- und Kraftübungen sein. Die Wirkung können wir sofort überprüfen, dafür stehen uns zahlreiche Assessments zur Verfügung. Das zentrale Nervensystem reagiert immer sofort und unmittelbar. Einen Blindflug schließen wir so aus. Wenn wir es gut machen, verbessern wir die Lebensqualität, Schmerzen werden reduziert, Fatigue-Symptome zurückgedrängt und im besten Fall Schübe gemildert. In diesem Fall ist noch ein schmerzhafter Gleitwirbel im Spiel, den wir mit zunächst isometrischen- und Dehnübungen angegangen sind. Zusammenfassend kann man sagen, mit den Werkzeugen der Neuroathletik lassen sich Verbesserungen der Lebensqualität bei Autoimmunerkrankungen erreichen und man fühlt sich nicht mehr ganz so hilflos einer tückischen Krankheit ausgeliefert.

Kategorien
neuroathletik

Muskeltonus Schmerzen und 1 Reptiliengehirn

Der Einfluss des zentralen Nervensystems auf Muskeltonus und Schmerzen

Das Reptiliengehirn

hirnstamm

Öfter ist bei uns im Training vom Reptiliengehirn oder dem ältesten Teil des Gehirns die Rede. Doch was hat es damit auf sich? Natürlich geht es nicht um Schwurbel-Reptiloiden. Der Hirnstamm ist der älteste und tief gelegenste Teil des Gehirns und hat sich vor ungefähr 500 Millionen Jahren evolutionär entwickelt. Der Hirnstamm enthält die Kerne der Hirnnerven und Zentren für alle Lebenswichtige Funktionen wie Koordination Atmung, Regulation Herztätigkeit, Nahrungsaufnahme und Darmtätigkeit. Dieser Teil des Gehirns kommt bei allen Wirbeltieren vor und bei Reptilien macht es fast das ganze Gehirn aus. Was hat das nur mit Fitness- oder Reha-Training zu tun? Vereinfacht gesagt kann man Bewegungs- und Schmerzprobleme auf zwei Grundmuster zurückführen. Tonus- und Ansteuerungsprobleme.

Chronisch hoher Muskeltonus führt zu Schmerzen

Der Muskeltonus wird zentral vom Hirnstamm kontrolliert. Unser zentrales Nervensystem nutzt Verspannungen und einen hohen Muskeltonus als Schutz vor potenziellen Bedrohungen z.B. bei einer ungewohnten Bewegung. So weit ist das gut und dient als Schutz vor Verletzungen. Blöd wird es nur wenn sich ein zu hoher Muskeltonus chronisch manifestiert. Oft stecken dann Atmungs- oder Gleichgewichtsprobleme dahinter. Dann kann man dehnen, rollen und triggern wie man will, solange das ZNS eine Bedrohungslage sieht, wird der Hirnstamm zum Schutz den Tonus hochregulieren. Wir werden durch das Behandeln der Symptome nicht nachhaltig weiterkommen. Das ist ein Grund warum wir uns im Training immer wieder mit Gleichgewicht und Atmung beschäftigen. Mit einfachen Tests ermitteln wir sowohl die Defizite als auch die Wirkung von Korrekturübungen. So befinden wir uns auch im Gruppentraining nie im Blindflug.

Kategorien
neuroathletik Rehasport

Neurophatie, Chancen und Möglichkeiten

im Rehasport

Ist es möglich periphere Nerven in Armen oder Beinen positiv zu beeinflussen? Die Antwort ist komplex, so komplex und vielfältig wie sich Neuropathien zeigen können. Ein Schaden im peripheren Nervensystem ist deutlich besser behandelbar als im zentralen Nervensystem. Bei uns geht es nicht um medizinische Behandlung, sondern um den Einfluss von Rehasport und Neuroathletiktraining auf die geschädigten Strukturen. Wenn das Rehasport-Gruppentraining an die Grenzen kommt, sehen wir in einem Einzeltraining oft deutlich mehr Verbesserungen.

Ohne Assesments Blindflug!

franzi1

Individuelle Lösungen sind sonst oft nicht möglich. Bei einer Operation durchtrennte Nerven am Sprunggelenk führten zu einer kompletten Neuropathie der Plantarfaszie und des Fußes. Durch Training ist es gelungen Schritt für Schritt Verbesserungen zu erzielen. Mit verschiedenen neurologischen Assessments wurde Wirkung und Fortschritt überprüft. Jede Übung und jeder Drill können somit unmittelbar auf seinen Nutzen überprüft werden. Wir trainieren niemals ins Blaue hinein und wir machen nichts ohne Grund oder weil es in einem Buch steht.

Testen, Üben, Re-Testen

franzi2

Durch systematisches Testen, Üben und Re-Testen holen wir das maximal mögliche raus. Kalt- und Warm-Test, Pieks-Test, Vibrations- und andere sensorische Tests an Zehen, Mittelfuß, Ferse gehören zum Standard. Neuromechanik, Kleinhirn und Kortex-Aktivierung zeigten an Zehen und Mittelfuß Wirkung, während sich die Ferse sehr widerspenstig zeigte. Keine positive Reaktion auf Warm, Kalt oder Pieks. Aus der Anamnese waren größere Interozeptiotive-Themen bekannt. Faszien umschließen auch die inneren Organe. Diese viszeralen Faszien bekommen oft zu wenig Stimulus, insbesondere bei zu flacher Atmung. Eigentlich war es nur eine schräge Idee. Palpation des Bauchraums und dann schauen was passiert. Durch manuelle Stimulation ist es tatsächlich gelungen an der Ferse einen positiven Pieks-Test zu generieren.